Bei der Agropa Handels GmbH haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht: Der VSME-Bericht für das Geschäftsjahr 2024/2025 ist fertiggestellt. Damit endet aber nicht einfach ein Berichtsprojekt. Vielmehr haben wir einen ersten vollständigen Zyklus des systematischen Nachhaltigkeitsmanagements durchlaufen.
Begonnen hat alles vor rund einem Jahr mit dem ZNU-Nachhaltigkeitscheck. Gemeinsam haben wir bestimmt, wo Agropa steht und welche Themen wir systematisch weiterentwickeln wollen. Danach ging es Schritt für Schritt weiter:
- Mitarbeitende für Nachhaltigkeit sensibilisiert und geschult
- Nachhaltigkeitserklärung und Verhaltenskodex verabschiedet
- erste Klimabilanz für Scope 1 und 2 erstellt und geprüft
- Stakeholder und Wertschöpfungskette betrachtet
- eine vollständige Analyse der doppelten Wesentlichkeit durchgeführt
- daraus die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen sowie konkrete Ziele und Maßnahmen abgeleitet
- ein Nachhaltigkeitscontrolling mit den relevanten KPIs aufgebaut
- und schließlich über leadity den VSME-Bericht erstellt – mit Texten und Inhalten, die konsequent auf Agropa zugeschnitten sind.
Gerade der Aufbau des KPI-Systems hat dabei gezeigt, wo eine der größten Herausforderungen für mittelständische Unternehmen liegt: Nachhaltigkeitsmanagement braucht eine eigene „Buchhaltung“. Daten müssen definiert, erhoben, nachvollziehbar dokumentiert und künftig vergleichbar werden.
Besonders wichtig war mir deshalb etwas anderes als möglichst viele schöne Konzepte: Geschäftsführung und Nachhaltigkeitsverantwortliche waren während des gesamten Prozesses kontinuierlich beteiligt. Sie haben bewertet, priorisiert und die Inhalte bestimmt. Denn ein Nachhaltigkeitsmanagement funktioniert nur dann dauerhaft, wenn es zum Unternehmen gehört – und nicht zum Berater.
Meine Rolle sehe ich dabei zunehmend als die eines Lotsen: Anforderungen einordnen, einen gangbaren Weg aufzeigen, Methoden und Werkzeuge bereitstellen und dafür sorgen, dass aus vielen einzelnen Anforderungen ein funktionierendes Managementsystem entsteht.
Und jetzt?
Im Oktober beginnt der nächste Zyklus. Mit dem Geschäftsjahr 2025/2026 entstehen erstmals Vergleichszahlen – und damit werden KPIs, Ziele und Maßnahmen zunehmend steuerungsfähig. Auch beim Klimamanagement geht es weiter: Die Klimabilanz soll um relevante Scope-3-Kategorien erweitert werden. Hinzu kommen die Registrierung bei der SBTi und die Ermittlung der FLAG-Emissionen. Damit wollen wir die Grundlage für einen glaubwürdigen Dekarbonisierungspfad und erreichbare, wissenschaftsbasierte Klimaziele schaffen.
Aus der ersten Standortbestimmung ist damit innerhalb eines Jahres ein systematischer Prozess geworden.