Agropa Luftaufnahme 2025 - klein

Doppelte Wesentlichkeit bei Agropa – Klarheit statt Komplexität

Nachhaltiges Wirtschaften wird oft als umfangreich beschrieben. Die eigentliche Herausforderung ist eine andere, nämlich daraus klare Priorität abzuleiten. Genau das hat die Agropa Handels GmbH (siehe Luftbild des Zentral-Standortes in Brunnen) in den vergangenen Wochen konsequent umgesetzt. Die Analyse der doppelten Wesentlichkeit ist abgeschlossen – und liefert ein klares, steuerungsrelevantes Gesamtbild.

Struktur, die Denken ermöglicht – nicht ersetzt

Der Prozess wurde gemeinsam mit Manuela Hierl und Johann Dittenhauser jun. bewusst pragmatisch aufgesetzt. Zentrale Grundlage war der Einsatz der Software leadity – ergänzt um die Branchenlösung Kartoffelwirtschaft als Vorlage in der Software. Der entscheidende Vorteil ist, dass die Branchenlösung als strukturierter Ideengeber – nicht als fertige Antwort diente. Sie hat geholfen, typische Themen entlang der Wertschöpfungskette sichtbar zu machen relevante Fragestellungen früh zu adressieren und die Diskussion konsequent auf Inhalte zu lenken. Denn ohne diese Struktur passiert in der Praxis oft etwas anderes: Man verliert sich in Excel-Logiken und Formulierungsfragen – und nicht in den eigentlichen Prioritäten. Mit leadity als Arbeitsgrundlage konnte sich das Team auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich was für Agropa wirklich relevant ist.

Vom Branchenbild zur unternehmensspezifischen Klarheit

Auf dieser Basis wurden die Inhalte konsequent weiterentwickelt – weg von allgemeinen Annahmen, hin zu einer klar auf Agropa zugeschnittenen Bewertung. Der Prozess folgte drei Schritten:

  • Anspruchsgruppenanalyse
  • Auswirkungsscreening entlang der Wertschöpfungskette
  • Risiko- und Chancenbewertung

Das Ergebnis ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage – nicht nur für Berichte, sondern für die Unternehmenssteuerung. Ein besonderer Mehrwert des gewählten Ansatzes liegt in der Methodik: Der Aufbau von leadity basiert auf dem ZNU-Standard und führt die Ergebnisse in einer dreidimensionalen Wesentlichkeitsmatrix zusammen. Das bedeutet die Kombination:

  • Inside-Out-Perspektive: Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft
  • Outside-In-Perspektive: finanzielle Risiken und Chancen
  • Stakeholder-Relevanz: Gewichtung durch Anspruchsgruppen

schafft ein vollständiges Bild. Und vor allem eine Priorisierung, die sowohl fachlich fundiert als auch unternehmerisch anschlussfähig ist. Die Themen des oberen rechten Quadranten der Matrix sind die wesentlichen!

Ein klares Bild: Einfluss vs. Steuerbarkeit

Die Ergebnisse zeigen ein typisches, aber entscheidendes Muster: Die größten Nachhaltigkeitswirkungen entstehen in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette – insbesondere in Landwirtschaft, Verpackung und internationalen Lieferbeziehungen.

Gleichzeitig liegen die direkten Steuerungshebel im eigenen Unternehmen bei den Themen Energie und Klimaschutz, Organisation und Prozesse sowie bei der Gestaltung von Partnerschaften. Aus der Vielzahl möglicher Themen wurde ein klar priorisiertes Set abgeleitet. Im Zentrum stehen bei Agropa:

  • Klimaschutz und Energieeffizienz
  • Verpackung und Ressourcen
  • Nachhaltige Beschaffung und faire Zusammenarbeit
  • Demografie und Lohngerechtigkeit

Damit ist die wichtigste Voraussetzung der Konzentration auf das Wesentliche erfüllt.

Der nächste Schritt: Umsetzung und VSME+

Mit der Analyse ist die Richtung klar – jetzt folgt die Umsetzung. Die nächsten Schritte bei Agropa sind:

  • Die Entwicklung eines konkreten Maßnahmenplans
  • Die Integration in bestehende Prozesse und Verantwortlichkeiten
  • Der Aufbau eines Kennzahlensystems

Und darauf folgt aufbauend strukturierte Nachhaltigkeitsberichterstattung nach VSME+. Damit wird aus interner Klarheit auch externe Anschlussfähigkeit – gegenüber Kunden, Banken und weiteren Anspruchsgruppen.

Zusammenarbeit, die Wirkung erzeugt

Der Erfolg des Prozesses lag nicht nur in der Methodik, sondern in der Zusammenarbeit: Manuela Hierl brachte die notwendige Systematik und Tiefe ein und Johann Dittenhauser jun. die unternehmerische Klarheit. Oder, wie es im Projekt treffend formuliert wurde:
„Wir haben jetzt ein gemeinsames Verständnis, worauf es wirklich ankommt – und können gezielt daran arbeiten.“
Meine Aufgabe war es, den Prozess so zu gestalten, dass er für das Unternehmen handhabbar bleib. Wichtig dabei war Struktur zu geben, ohne zu überfrachten, Diskussionen auf das Wesentliche zu fokussieren und konsequent auf Umsetzbarkeit auszurichten. Als Begleiter auf Augenhöhe!

Einordnung

Die doppelte Wesentlichkeit wird häufig als regulatorische Pflicht verstanden. In der Praxis zeigt sich: Richtig angewendet ist sie ein strategisches Führungsinstrument. Agropa hat diesen Schritt konsequent genutzt, neue Erkenntnisse gewonnen und damit eine belastbare Grundlage geschaffen, um das nachhaltige Wirtschaften gezielt weiterzuentwickeln.